Autodesk VRED 2027.1: Variantensätze 2.0 & Vulkan-Raytracing

19. August 2026 6 Minuten Lesezeit
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Autodesk VRED-Cover: Haben Sie schon einmal stundenlang nach einer fehlerhaften Materialverbindung in einer riesigen Automobilszene gesucht? Oder hatten Sie Schwierigkeiten, realistische, indirekte Mehrfachreflexionen in einer Echtzeit-Review-Sitzung flüssig darzustellen? Wenn Sie zustimmend nicken, wissen Sie, dass es bei High-End-Visualisierung genauso sehr um die Bewältigung von Datenchaos geht wie um die reine Pixeldarstellung.

Autodesk veröffentlicht Autodesk VRED 2027.1– ein Meilenstein für Spezialisten in der Automobilvisualisierung und CGI-Künstler. Dieses Update bietet mehr als nur kleinere Verbesserungen: Die Variantenverwaltung wurde von Grund auf neu entwickelt, und die Vulkan-Rendering-Pipeline wurde massiv optimiert. Erfahren Sie, was dieses Update für Ihre täglichen Designprüfungen so grundlegend verändert.

 

Variantensets 2.0: Die Komplexitätsbestie zähmen

Falls Ihre Automobil- oder Industriedesignprojekte das alte Variantenmanagementsystem überholt haben, ist Variant Sets 2.0 die wichtigste Funktion, auf die Sie gewartet haben.

Autodesk hat das Modul „Variantensätze“ von Grund auf neu entwickelt. Das Ergebnis ist eine moderne, hierarchische Benutzeroberfläche, die das übersichtliche Layout des VRED-Materialeditors widerspiegelt.

 

Hierarchische Verschachtelung und Metadatensteuerung

Statt einer unübersichtlichen, endlosen Liste von Konfigurationen können Sie Ihre Variantensätze jetzt in verschachtelten Gruppen und Favoritenordnern organisieren. Diese Struktur macht die Verwaltung Tausender Designvarianten – wie etwa Innenausstattungsoptionen, Lackfarben und Felgenpakete – unglaublich intuitiv.

Noch besser: Sie können Ihre Variantensätze jetzt mithilfe von Metadaten und Suchanfragen steuern, anstatt sich strikt auf exakte Objektnamen zu verlassen. Das bedeutet, dass Ihre automatisierten Skripte und Konfigurationspipelines nicht mehr fehlerhaft funktionieren, wenn ein CAD-Ingenieur einen Geometrieknoten in einem vorgelagerten Prozess umbenennt.

Linkvalidierung und Tag-Ausschlüsse in Echtzeit

Wir alle kennen die Frustration, wenn ein defekter Link eine Live-Präsentation unterbricht. Variant Sets 2.0 führt eine Echtzeit-Validierung in der Attributansicht ein und kennzeichnet leere oder defekte Links sofort, sodass Sie diese vor dem Eintreffen des Kunden korrigieren können. Laut dem offiziellen Autodesk Alias ​​& VRED Blogkönnen Sie nun außerdem tagbasierte Ausschlüsse verwenden, um beim Wechseln von Varianten bestimmte Szenenobjekte, Materialien oder Kameras zu überspringen. So haben Sie die volle Kontrolle darüber, was sich während einer Überprüfung ändert.

Vulkan und GPU-Raytracing: Schnellere Konvergenz und Echtzeit-GI

Echtzeit-Rendering nähert sich immer weiter der Qualität von Offline-CPU-Rendering an. Mit Autodesk VRED 2027.1 erhält die Vulkan-Pipeline einige der bedeutendsten Verbesserungen im Bereich Beleuchtung, die es je gab.

Mehrfachreflexions-Raytracing-basierte diffuse globale Beleuchtung

Bisher erforderte die realistische indirekte Beleuchtung in Echtzeit-Rasterisierung aufwändiges Baking oder vereinfachte Näherungen. VRED 2027.1 führt Raytracing mit Mehrfachreflexionen und diffuser globaler Beleuchtung (GI) direkt in die Vulkan-Pipeline ein. Dadurch wird Licht auf natürliche Weise von Oberflächen reflektiert, was realistische Farbverläufe und weiches Umgebungslicht in komplexen Fahrzeuginnenräumen und Architekturen ermöglicht, ohne dass ein vollständiges Offline-Rendering erforderlich ist.

Shader Execution Reordering (SER)

Im Bereich der Hardwareoptimierung nutzt GPU-Raytracing nun Shader Execution Reordering (SER). Beim Rendern komplexer Szenen mit stark unterschiedlichen Materialtypen – beispielsweise metallischem Autolack neben Kohlefaser und Klarglas – kann die Raytracing-Berechnung sehr ineffizient werden. SER reorganisiert diese unterschiedlichen Raytracing-Berechnungen dynamisch zur Laufzeit. Dies führt zu deutlich schnelleren Konvergenzzeiten, wodurch sich Ihr Viewport während interaktiver Design-Sitzungen wesentlich schneller glättet.

Materialien und Schattierung: Physikalische Genauigkeit trifft auf Toon-Shading

Eine Rendering-Engine ist nur so gut wie ihre Materialien. Dieses Update verleiht Mikrooberflächendetails physikalischen Realismus und erweitert gleichzeitig die Möglichkeiten der stilisierten Visualisierung.

Dünnschichtunterstützung für verschiedene Rendering-Engines

Die Dünnschichtinterferenz simuliert die wunderschönen, irisierenden Farbverläufe, die man auf Ölfilmen, Seifenblasen und beschichtetem Glas sieht. VRED 2027.1 erweitert die Dünnschichtunterstützung auf wichtige Materialtypen wie Kunststoff, Metallic-Autolack, Chrom, gebürstetes Metall und Glas. Da dies für Vulkan-, GPU- und CPU-Raytracing implementiert ist, erhalten Sie unabhängig von Ihrer Render-Engine konsistente, winkelabhängige Lichtinterferenzen.

MaterialX und MDL stilisierte Schattierung

Obwohl Fotorealismus das Kerngeschäft von VRED ist, gibt es Situationen, in denen stilisierte Darstellungen für technische Handbücher, Patentzeichnungen oder frühe Designkonzepte benötigt werden. Die erweiterte MaterialX- und MDL-Unterstützung in VRED 2027.1 ermöglicht nicht-fotorealistisches Rendering (NPR) und Toon-Shading. Mithilfe von Nodes wie `viewdirection`, `facingratio`und `gooch_shade`lassen sich benutzerdefinierte Shading-Netzwerke erstellen, die dynamisch auf Beleuchtung und Betrachtungswinkel reagieren.

Faceter V2: Sauberere Geometrie mit weniger Aufwand

Umfangreiche CAD-Datensätze können die Rendering-Performance erheblich beeinträchtigen. Um dem entgegenzuwirken, ist Faceter V2 in VRED 2027.1 nun die Standard-Engine für Dateiimporte und Geometriebearbeitung.

Der aktualisierte Tessellationsalgorithmus bietet eine neue Rastermodus-Option. Dieser Modus erzeugt hochgradig homogene, rasterbasierte Dreiecksunterteilungen. Die Vorteile sind zweifach: Das UV-Unwrapping wird deutlich sauberer, und die Gesamtanzahl der Dreiecke reduziert sich häufig erheblich, ohne dass die für das Automobil-Styling so wichtigen glatten, geschwungenen Oberflächen beeinträchtigt werden.

Verbesserungen bei XR- und immersiven Überprüfungen

Reviews in virtueller und gemischter Realität sind längst keine Neuheit mehr – sie gehören fest zum modernen Design-Freigabeprozess. VRED 2027.1 optimiert den XR-Arbeitsbereich für eine deutlich reibungslosere Zusammenarbeit.

  • Abnehmbare Menüfelder: Sie können jetzt Untermenüs für Variantensätze, Ansichten und Zusammenarbeit abtrennen und diese nebeneinander anordnen oder andocken, um sie an Ihre räumliche Anordnung anzupassen.
  • Werkzeug „Alle zusammenbringen“: Arbeiten Sie mit einem Remote-Team in VR? Mit einem einzigen Klick teleportiert das Werkzeug „Alle zusammenbringen“ alle Sitzungsteilnehmer sofort an Ihre genaue Position und Ausrichtung, sodass Sie problemlos auf bestimmte Designdetails hinweisen können.
  • Visuelle Statushervorhebungen: Das XR-Menü verfügt jetzt über klare Rahmenhervorhebungen, die Ihnen helfen, zwischen Hover- und Grab-Zuständen leicht zu unterscheiden und so versehentliche Eingaben während der Überprüfung zu reduzieren.

Workflow-Vergleich: VRED Legacy vs. VRED 2027.1

Schauen wir uns an, wie sich diese neuen Funktionen im Vergleich zu älteren VRED-Workflows schlagen:

Merkmalsbereich Legacy-VRED-Workflows VRED 2027.1 Workflow
Variantenmanagement Flache Listen, die durch CAD-Umbenennungen leicht zerfallen können; für komplexe Logik ist manuelles Python-Scripting erforderlich. Variantensätze 2.0 mit hierarchischer Verschachtelung, metadatengesteuerter Suche und Echtzeit-Linkvalidierung.
Echtzeitbeleuchtung Einfache Reflexion oder gebackene globale Beleuchtung bei Rasterisierung; begrenzte Reflexionsdetails. Mehrfachreflexions-Raytracing-basierte diffuse globale Beleuchtung und Raytracing-basierte Umgebungsverdeckung in Vulkan-Reflexionen.
GPU-Leistung Standardmäßige Raytracing-Pfade; divergente Shader verlangsamen die Konvergenz des Viewports. Shader Execution Reordering (SER) optimiert die Arbeitslasten für eine schnellere Konvergenz.
Parkettierung Standardfacettenschliff; gelegentlich unregelmäßige Dreiecke und hohe Polygonanzahl. Faceter V2 ist standardmäßig mit dem Grid-Modus für sauberere Unterteilungen mit geringerer Polygonanzahl aktiviert.

Autodesk VRED 2027.1 beweist, dass ein einzelnes Update einen enormen Mehrwert für die Produktionspipeline bieten kann. Durch die Fokussierung auf das Datenmanagement mit Variant Sets 2.0 und die Optimierung der Leistung moderner GPUs mit Vulkan und SER unterstützt Autodesk Designteams dabei, schnellere und fundiertere Entscheidungen zu treffen.

Sind Sie bereit, diese neuen Rendering-Funktionen auszuprobieren? Wenn Sie diese Arbeitsabläufe selbst testen möchten, bietet Ihnen die VRED Learning Edition kostenlosen Zugriff auf VRED Professional für nicht-kommerzielle Zwecke.

Wie werden Variantensätze 2.0 Ihre Verwaltung von Designkonfigurationen verändern? Teilen Sie uns Ihre Gedanken in den Kommentaren unten mit!

Dieser Leitfaden basiert auf Erkenntnissen aus dem offiziellen Autodesk Blog.

ChampionXperience Team
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